Pro Igel
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Pro Igel

Nach dem Winterschlaf

Für unsere Igel ist der Winterschlaf eine schreckliche Prüfung.
Er ist alles andere als erholsam und dient nur dazu, die nahrungs- arme Jahreszeit zu überstehen.
Viele Igel erwachen nicht mehr aus dem Winter- schlaf, die Überlebenden sind abgemagert und durstig.

Ein grosser Napf mit Wasser ist in jedem Fall sehr hilfreich.

Wie sieht es mit dem Füttern aus? Igel sind Wildtiere und sollten in der Regel nicht zugefüttert werden. Pech gehabt haben aber die Igel in den Quartieren mit überkultivierter Gartenpflege oder Rasen/Thuja - Begrünung. Hier kann eine kurzzeitige Anschubfütterung sinnvoll sein.  Damit Ihre Bemühung auch wirklich nützt und keinen Schaden anrichtet, sollten Sie aber folgende Punkte beachten:
-          Igel sind Insektenfresser und benötigen Futter mit einem grossen Anteil an tierischen Proteinen. Katzenfutter ist ideal, bei Minusgraden sollte Trockenfutter verwendet werden. Niemals Milchprodukte geben, keine Nusstängeli, Weinbeeren und Früchte, Hundefutter hat zu wenig Protein.
-          Es darf nur vorübergehend gefüttert werden. Permanente Futterstellen ziehen allerlei ungebetene Gäste an, die Krankheiten und Parasiten verbreiten (Füchse, Marder, Katzen).
-          Am Futterplatz müssen täglich die Futterreste entfernt und das Geschirr gründlich gereinigt werden, am besten gleich nach dem Besuch des Igels.
-          Igel sind Einzelgänger, sie kennen keine Hygiene am Futterplatz, deshalb ist unbedingt zu vermeiden, dass sich mehrere Igel am gleichen Futterplatz treffen. Auch hier besteht die Gefahr der Verbreitung von Parasiten und Krankheiten.         

Wer Igel mag, sorgt für Lebensraum!

1.       Dieses Frühjahr bei der Gartenplanung eine igelfreundliche Ecke einrichten. Dickicht stehenlassen, keine Pestizide, keine Rasen- oder Fadenmäher, nur einheimisches Gewächs.
2.       Diesen Punkt für den nächsten Herbst vormerken und nicht vergessen: Möglichst viel Laub liegenlassen und/oder gemischt mit Strauchabschnitten zu Haufen aufschichten.

Sind diese beiden Punkte erfüllt, finden die Igel auch früh im Jahr schon genügend Insekten im Wildwuchs und unter dem Laub.


Gefährliche Lichtschachtgitter

Jedes Jahr werden auffallend viele Igel mit einem gebrochenen Bein in den Igelstationen abgegeben. Aufgrund der speziellen Art der Verletzungen muss davon ausgegangen werden, dass die Igel mit einem Bein in einem Lichtschachtgitter steckengeblieben sind und sich beim verzweifelten Berfeiungsversuch verletzten oder in Panik zusammengerollt haben. Da sie in Freiheit keine Überlebenschance haben, müssen sie eingeschläfert werden.

Eine einfache Lösung bieten da Gitter-abdeckungen oder Abdeckvliese, die nebenbei auch vor Schmutz und Kleintieren schützen.
(In jedem Baumarkt erhältlich)


Fadenmäher sind des Igels Tod

Fadenmäher und Motorsensen sind sehr praktisch, aber auch ebenso gefährlich. Mit ungeheurer Wucht wird alles kurz und klein geschlagen. Problemlos lässt sich damit unter Hecken und Sträuchern roden und selbst an den unzugänglichsten Orten kann man den Wildwuchs bekämpfen.  Das macht die Motorsense auch so gefährlich für Igel, weil sie genau an diesen Orten ihre Tagruhe verbringen. Und weil die Igel vor dem Lärm nicht flüchten, werden sie mitgehäckselt. Abgetrennte Beine, zertrümmerte Schnauzen und andere schwere Verletzungen führen zu einem langsamen und qualvollen Tod.

Es gibt Alternativen: Zeigen Sie Mut zur Wildnis. Überlassen Sie die ungenutzten Teile des Gartens der Natur. Verzichten Sie darauf, unter Sträuchern und Hecken zu roden. Mit der Natur zu leben fühlt sich besser an als gegen die Natur zu kämpfen. Die meisten Gartenbesitzer freuen sich über einen stacheligen Nützling im Garten, deshalb bitten wir alle Hobbygärtner, Hausmeister und Liegenschaftsverwalter, dem Lebensraum des Igels Sorge zu tragen. Dazu gehört auch, den Gebrauch von Motorsensen auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren und vor einem unumgänglichen Einsatz die Arbeitsstelle gründlich nach Tieren abzusuchen. 


Lassen Sie sich inspirieren!
Besuchen Sie einen Naturgarten in Ihrer Gegend:

www.offenergarten.ch


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