Pro Igel
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Pro Igel

So einfach bringt man Igel um

Drei tödliche Irrtümer im Umgang mit Igeln

Niemals Igel im Wald aussetzen

Igel haben noch nie im Wald gelebt. Überlebenswahrscheinlichkeit geht gegen null.

Niemals Igel irgendwo aussetzen

- auch wenn Sie ihn auf einer Strassenkreuzung antreffen. Es gibt keine ungefährlichen Orte mehr für Igel, sie überqueren pro Nacht im Schnitt elf Strassen. Weil Igel unglaublich reviertreu sind, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit an einem unbekannten Ort gering.

Keine Futterstellen

An Futterstellen werden Krankheiten und Parasiten verbreitet. Einzelne Igel dürfen nach Absprache mit Fachleuten zugefüttert werden.

Igel brauchen selten Hilfe, Igel brauchen Rücksicht und gut informierte Menschen.
Und mutige Wildgartenbesitzer.


Goldener Herbst mit viel Laub

Laubsauger als Allzweckwaffe gegen Biodiversität

Ein neuer Feind des Igels wird immer populärer: der Laubsauger.

Ein hervorragendes Gerät für Putz- und Ordnungsfanatiker, auch erhältlich mit integriertem Häcksler. Wenn schon Aufräumen, dann richtig. Kein Erbarmen mit den unzähligen Lebewesen im Laub. Zurück bleiben verödete Grünflächen mit einer Artenvielfalt ähnlich einem asphaltierten Parkplatz.

Seit Jahrmillionen gehört Laub zum jahreszeitlichen Zyklus und ist so zu einem unverzichtbaren Bestandteil für die Überwinterung der heimische Flora und Fauna geworden. Laub bietet Schutz für alle Arten von Kleinlebewesen und bildet so eine natürliche Vorratskammer für Igel und insektenfressende Vögel. Laub ist ein natürlicher Dünger und ernährt während seines Zerfalls verschiedenste Lebewesen wie Ameisen, Pilze und Bodenbakterien. Liegengelassenes Laub ist die Grundlage für einen gesunden Garten.

Lassen Sie bitte  das Laub liegen, wo immer das geht und nicht stört. Es ist auch sehr brauchbar, wenn Sie das Laub zusammenwischen und einen schönen grossen Haufen damit machen.

Mit einigen wenigen Quadratmetern Laubteppich unterstützen auch Sie die Biodiversität in der Schweiz.


Fadenmäher sind des Igels Tod

Fadenmäher und Motorsensen sind sehr praktisch, aber auch ebenso gefährlich. Mit ungeheurer Wucht wird alles kurz und klein geschlagen. Problemlos lässt sich damit unter Hecken und Sträuchern roden und selbst an den unzugänglichsten Orten kann man den Wildwuchs bekämpfen.  Das macht die Motorsense auch so gefährlich für Igel, weil sie genau an diesen Orten ihre Tagruhe verbringen. Und weil die Igel vor dem Lärm nicht flüchten, werden sie mitgehäckselt. Abgetrennte Beine, zertrümmerte Schnauzen und andere schwere Verletzungen führen zu einem langsamen und qualvollen Tod.

Es gibt Alternativen: Zeigen Sie Mut zur Wildnis. Überlassen Sie die ungenutzten Teile des Gartens der Natur. Verzichten Sie darauf, unter Sträuchern und Hecken zu roden. Mit der Natur zu leben fühlt sich besser an als gegen die Natur zu kämpfen. Die meisten Gartenbesitzer freuen sich über einen stacheligen Nützling im Garten, deshalb bitten wir alle Hobbygärtner, Hausmeister und Liegenschaftsverwalter, dem Lebensraum des Igels Sorge zu tragen. Dazu gehört auch, den Gebrauch von Motorsensen auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren und vor einem unumgänglichen Einsatz die Arbeitsstelle gründlich nach Tieren abzusuchen. 


Igel - Zählung

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Auswertung

Zählung 2011

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Bulletin 45

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