Vereinsportrait
Pro Igel setzt sich seit 1988 für den Schutz und die Förderung des einheimischen Igels und seiner Lebensräume ein. In konstruktiver Zusammenarbeit mit Behörden und Privaten wollen wir die Bevölkerung für die Bedürfnisse und Gefahren sensibilisieren, die den Igel und andere Wildtiere im Siedlungsraum bedrohen.
Igel in Gefahr
Ursprünglich lebten die einheimischen Igel am Waldrand und in der reich strukturierten traditionellen Kulturlandschaft. Durch die intensive Bewirtschaftung haben sie dort jedoch ihre Lebensgrundlage verloren. Auf ausgeräumten Landwirtschaftsflächen oder in monotonen Siedlungen finden Igel weder Unterschlupf noch genügend Nahrung. Heute bewohnen die meisten Igel den Siedlungsraum der Menschen und sind sogar mitten in unseren Städten heimisch geworden. Durch die enge Nachbarschaft mit dem Menschen drohen dem Igel aber viele neue Gefahren, die sehr direkt von den verschiedensten menschlichen Aktivitäten ausgehen.

Unser Auftrag
- Wir informieren mit gezielten Kampagnen über aktuelle Bedrohungen sowie über wirksame Schutzmassnahmen für Igel und andere Wildtiere im Siedlungsraum.
- Wir beraten Gemeinden und Verwaltungen, wie Laubbläser, Mähgeräte und andere Maschinen eingesetzt werden können, ohne Igel, ihre Nahrung oder ihr Nestmaterial zu gefährden.
- Wir erklären, wie Mähgeräte fachgerecht und igelschonend eingesetzt werden – denn ein Mähunfall betrifft immer zwei: den Igel und die Person, die es nie wollte.
- Wir unterstützen Menschen, die plötzlich mit einem Igel konfrontiert sind – im Garten, im Keller, im Pool oder an anderen unerwarteten Orten.
- Unsere nationale Igel-Helpline (täglich 16–20 Uhr) wird von erfahrenen Igelexpertinnen betrieben, die kompetent, geduldig und lösungsorientiert beraten.
- Wir arbeiten eng mit Igelstationen in der ganzen Schweiz zusammen und unterstützen deren Pflege-, Behandlungs- und Auswilderungsarbeit – unter anderem auch mit Futtermitteln und Informationsmaterial.
- Wir stellen Schulen, Vereinen, Behörden und Privaten fundiertes Informationsmaterial rund um den Igel und seinen Lebensraum zur Verfügung.
- Wir sind vernetzt mit Forschende sowie Fachstellen zur Erforschung von Biologie, Lebensraum und Verhalten des Igels.
- Wir identifizieren, fördern und fordern Lebensräume für Igel – von Friedhöfen über Parkanlagen bis zu wenig genutzten Grünflächen.
- Wir sorgen mit unseren Medieninformationen dafür, dass nicht nur Aufmerksamkeit entsteht, sondern belastbares Wissen, das den Igeln langfristig hilft.
- Wir vermitteln zwischen Behörden, Planenden und Anwohnenden, wenn Bauvorhaben bestehende Igelhabitate betreffen, und helfen mit, tragfähige Lösungen für Mensch und Tier zu finden.
Auch wenn wir uns einen gewissen Humor bewahren:
Beim Schutz der Igel handeln wir konsequent, fachlich fundiert und mit den geltenden Gesetzen im Rücken.
Vernetzen Sie sich mit uns!
Fragen zu Igeln, Überwinterung, Fütterung oder ungewöhnlichem Verhalten?
Wir helfen – freundlich, kompetent und zuverlässig.
Unser Team
Vorstand
Maja Widler, Obfelden, Präsidentin
Marc Ducommun, Obfelden
Patrizia Vernon, Grossafflotern
Pius Leuba, Bern
Geschäftsstelle
Isabelle Gebhard, Administration und Buchhaltung
Anja Straumann, Igelstationen und Notfallnummer
Monika Waelti, Betrieb Geschäftsstelle und Öffentlichkeitsarbeit
Dagmar Sens, Tierschutzbeauftragte
Aktuelle Themen
Igel und Strassenverkehr
Durch die rapide Zunahme des Strassenverkehrs werden immer mehr Tiere auf der Suche nach Nahrung oder einem Partner für die Fortpflanzung Opfer des Verkehrs. Hier hilft nur Rücksicht und angepasstes Fahrverhalten. Pro Igel macht alljährlich mit einer gross angelegten Informationskampagne auf diese Problematik aufmerksam und ruft zu einer Änderung des Fahrverhaltens auf.
Allzu fleissige Gärtner lassen der Natur keine Chance
Ordnung muss sein! Doch wer jedes Blatt und jeden Ast aus seinem Garten wegräumt, nimmt unseren einheimischen Wildtieren ihre Lebensgrundlage. Nur in reich strukturieren naturnahen Gärten mit vielen einheimischen Pflanzen findet der Igel genügend Nahrung und Unterschlupf für den Winter. Pro Igel setzt sich mit Rat und Tat für naturnahe Gärten ein.
Tödliche Gefahr Tellersensen
Durch den unvorsichtigen Einsatz von Rasentrimmern, Tellersensen und Balkenmähern werden jährlich viele Igel grausam verstümmelt. Ausgerechnet im hohen Gras, im Dickicht oder unter Gebüschen, wo Igel ihre Jungen aufziehen, gelangen diese gefährlichen Geräte zum Einsatz und richten enormes Tierleid an. Pro Igel informiert mit breit angelegten Kampagnen über diese wenig bekannte Gefahr und ruft zu einem vorsichtigen Umgang mit solchen Geräten auf.
Schlaue Gärtner brauchen kein Gift
Wer seine Pflanzen nur mit Kunstdünger, Insektiziden und Schneckenkörnern durchbringen kann, zeigt seine gärtnerische Hilflosigkeit. Giftstoffe unterschiedlichster Herkunft reichern sich in unserer Umwelt an und werden von den Tieren mit der Nahrung aufgenommen. Bisher ist kaum erforscht, wie sich dies auf ihr längerfristiges Überleben auswirkt. Pro Igel unterstützt die Forschung auf diesem wichtigen Gebiet und zeigt Alternativen zum Gifteinsatz in Gärten auf.
1. August-Feuer: kein Spass für Igel
Igel und andere kleine Tiere suchen gern in Asthaufen Unterschlupf. Werden solche Asthaufen und Holzstösse dann angezündet, finden die Tiere einen schrecklichen Feuertod. Rechtzeitig zum 1. August macht Pro Igel alljährlich in den Medien auf diese Gefahr aufmerksam und ruft dazu auf, die Holzstösse igelsicher einzuzäunen.

